20.3.19 Uitkyk und La Motte

Gesten haben wir uns ausgedacht, dass wir heute mal wieder eine Wanderung machen wollen. In der unmittelbaren Nähe unserer Unterkunft beginnt eine Pass-Straße am Ende des Franschhoek-Tals. Schnell bringt uns die Straße mit einigen Spitzkehren auf die Passhöhe und schon von hier bietet sich uns ein prächtiges Panorama zurück ins Tal.

Da es noch ziemlich bedeckt ist und eher frischer, kühler Wind weht (und wir keine Jacken o.ä. dabeihaben) fahren wir erst mal den Pass auf der anderen Seite wieder runter in Richtung des Stausees Theewaterskloof Dam.
Das Tal auf dieser Seite bietet ein Bild der Zerstörung durch Buschbrände, die noch nicht lange zurückliegen können. Buschbrände kommen hier mit großer Regelmäßigkeit vor. Angeblich sind sie sogar erforderlich dafür, dass die Fynbos-Vegetation überhaupt in dieser Form existieren kann.

Nach weniger als einer halben Stunde sind wir am Stausee, machen einen kurzen Fotostopp und fahren den Pass wieder hoch. Na ja: sooo wahnsinnig fotogen ist der See dann halt doch nicht. Außerdem ist der Wasserspiegel verdächtig niedrig. Es muss vor einem Jahr noch viel weniger Wasser drin gewesen sein. Seit 4 Jahren ist es am Western Cape viel zu trocken!

Auf der Passhöhe befindet sich der Wanderparkplatz für das Naturreservat Mount Rochelle. Dieses UNESCO Biosphären-Reservat wartet mit über 30 km Wanderwegen auf. Uns reichen heute die ca. 6 km des „Uitkyk-Trails“, der uns in 1,5 Stunden auf einen der Berggipfel des Gebirgszugs führt, von dem wir einen schönen Rundblick haben und von dem aus uns das Nachbartal zu Füßen liegt.

Da wir doch einige Höhenmeter gemacht haben, sind wir nun auf der gleichen Höhe wie die zahlreichen Wolken, die an uns vorbeiziehen. Wir sind nicht böse darüber, dass das Thermometer nicht allzu hoch ansteigt. Heute ist perfektes Wanderwetter.

Der Abstieg (auch 1,5 h) erfolgt auf dem gleichen Weg wie der Aufstieg durch die typische Fynbos-Vegetation: Erika, Protea und Gräser. Wir sind fasziniert, welche Vielfalt von Pflanzen uns hier begegnet und wieder können wir gar nicht genug bekommen von dieser einzigartigen Natur.

So machen wir noch eine „Extratour“ auf den Aussichtspunkt „vista“. Von hier aus schweift unser Blick durch das gesamte Franschhoek-Tal hindurch in die Ferne.

Gegen 13:30 Uhr sind wir zurück am Auto. Wir fahren zurück ins Corner House um zu duschen und uns für das Tasting bei La Motte frisch zu machen. Da mal wieder „loadshed“ ist, bleibt das Wasser allerdings kalt und der Fön läuft auch nicht! Loadshed heißen die täglichen (!) planmäßigen Stromabschaltungen, die 2- bis 3-mal täglich für meistens 2 Stunden stattfinden. So starten wir erfrischter als gewollt (wegen des kalten Wassers) zum Weingut La Motte.

Schon 2015 hatten wir es besucht und da es uns damals so gut gefiel und die Weine erstklassig sind, steht es heute „auf unserer Liste“. Außerdem hatten wir damals keine Zeit, bei La Motte zu Mittag zu essen. Das wollen wir heute nachholen. Das Restaurant ist für seine Qualität bekannt. Draußen im Garten können wir wunderbar unter uralten Eichen in hölzernen Loungemöbeln sitzen und unseren Lunch einnehmen: African Cheese Platter (w) und Harvest Plate (a), abgeschlossen durch je ein Stück Kuchen zum Espresso.

Seit mehr als 300 Jahren wird hier Wein gemacht. Der Tastingroom ist hell und freundlich, Ziegelmauerwerk und helles Holz, sowie eine liebevolle Dekoration sorgen für Behaglichkeit. Durch große Glasscheiben kann man in den Fass-Keller mit mehreren hundert 300-Liter-Fässern schauen und in den Gärkeller mit seinen Stahltanks. Leider ist es sehr laut im Verkostungsraum und auch mit der Vorstellung der Weine bin ich nicht sehr zufrieden. Die Kommentare sind auswendig gelernte Sätze und einfachste Fragen können nicht beantwortet werden. Aber die Weine sind spitze! (siehe in der Rubrik „Wein“).

Kurz nach 5 fahren wir wieder durch die Pforte des Weinguts ins Zentrum von Franschhoek. Wir bummeln ein wenig in der Stadt. Hier kann man sich völlig unbesorgt bewegen und das nicht nur bei Tag, sondern auch bei Dunkelheit auf dem Rückweg vom Dinner. Franschhoek ist eine wirklich sichere Stadt.

Wir kaufen bei „Woolworth food“ ein. Der Laden ist bestens ausgestattet, wie aus dem Ei gepellt und in sehr modernem Chique eingerichtet. Wir finden einige Leckereien, die wir ohne zu kochen zum Abendessen in unserem B&B genießen können. Dazu gibt es eine Flasche Wein, nämlich den „Afrikana“ von Solms Delta. Wunderbar! Es muss nicht immer „fine dining“ sein.

Mal sehen, ob ich es noch schaffe, die Bilder des Tages hochzuladen, oder ob der nächste loadshed mir einen Strich durch die Rechnung macht.

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