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23.3.19 ein schöner Tag am Western Cape

Wieder starten wir in den neuen Tag mit einem sehr guten und reichhaltigen Frühstück. Samstags ist in Stellenbosch der Slow Food Market. Gleich um 9 Uhr, als er öffnet,  sind wir da und schauen uns an den Markständen um. Es werden Obst und Gemüse, Lebensmittel, Kunsthandwerk, Bekleidung und allerlei Krimskrams angeboten. Eine interessante Angelegenheit aber nicht so groß, dass wir lange dort verweilen. Wir decken uns mit Quiches und einer Springbockpastete ein, die wir heute zum Picknick essen wollen.

Ein weiteres Mal schlendern wir durch die Einkaufsstraßen von Stellenbosch mit seinen Boutiquen, Galerien, Cafés, Kneipen und Läden und sehen uns dort nach Mitbringseln um.

Nicht allzu weit entfernt liegt das Weingut Laibach. Auch hiervon haben wir zuhause schon guten Wein getrunken, so dass es uns interessiert, wie der Erzeugerbetrieb ausschaut und was Laibach sonst noch für Weine zu bieten hat. Wir probieren 4 Rotweine und sind von jedem der vier sehr angetan. Eine Flasche Pinotage kaufen wir an Ort und Stelle, um sie am Abend zu trinken. Optisch macht Laibach nicht allzu viel her. Also gibt es hier keine größere Besichtigung.

Weiter geht die Tour zum Weingut Simonsig. Ein weiterer Erzeuger, von dem wir schon in der Vergangenheit Weine getrunken und diese für gut befunden haben. Simonsig ist landschaftlich sehr idyllisch gelegen und hat die typische kapholländische Architektur, die wir so lieben. Wir fühlen uns hier vom ersten Moment sehr wohl. Unser Tasting wird von einem jungen, äußerst engagierten Mann begleitet, der die Weine mehr als kompetent präsentiert und auf jede Frage eine passende Antwort parat hat. Um eine Grundlage zu schaffen bestellen wir eine Käseplatte und sind angenehm überrascht, als sie an den Tisch gebracht wird. Sie sieht lecker aus! Zur Begrüßung gibt es einen Sekt (MCC Rosé). Der ist so gut, dass ich davon sicher zuhause ein paar Flaschen bestellen werde. Wir probieren 3 Weißweine und 4 Rotweine und verlassen danach zufrieden und beschwingt das Weingut. Nicht ohne auch hier einen guten Tropfen einzupacken, einen Redhill Pinotage 2013.

Es ist nicht allzu weit (40 Minuten) nach Kapstadt/Kirstenbosch zum Botanischen Garten, wo heute Abend ein Konzert stattfindet. Das wollen wir uns ansehen und anhören und dabei ein Picknick machen. Den Garten kennen wir schon von 2015 und er hat uns damals sehr gefallen. Aber welch eine Überraschung als wir den Eintritt bezahlen wollen: das Konzert ist morgen! Nach kurzer Beratung entscheiden wir, den Garten jetzt trotzdem zu besuchen und später zum Sonnenuntergang ans Meer zu fahren.

Auch heuer sind wir fasziniert vom 36 Hektar großen, wundervoll angelegten Garten. Man könnte hier bequem einen ganzen Tag verbringen und hätte immer noch nicht alles gesehen. Toll, dass wir hier auch nochmal einige blühende Proteapflanzen sehen können, denn in den vergangen 3 Wochen haben wir in der freien Natur meist nur noch verblühte Protea zu Gesicht bekommen.

Es ist heute wieder richtig heiß (34 Grad). Da freut man sich über jedes bisschen Schatten, um hier am Fuß des Tafelbergs nicht zu „verglühen“. Nach ca. 2 ½ Stunden verlassen wir den Garten wieder, denn so sollte es klappen, dass wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang am Strand von Somerset West sind. Auf dem Weg dort hin liegt Muizenberg. Auch das kennen wir schon von unserem Urlaub 2015. Dennoch machen wir dort einen kurzen Stopp, gehen an den Strand und werfen einen Blick auf die berühmten bunten Viktorianischen Badehäuschen.

Kurz bevor die Sonne untergeht treffen wir in „Strand“/Somerset West ein. Die Fahrt hierher war interessant und eindrucksvoll, denn sie führt entlang der False Bay durch eine Dünenlandschaft. Aber auch, weil sie die riesige Township Khayelitsha streift. Hier wohnen – wenn man den entsprechenden Quellen Glauben schenken darf – über 1,5 Mio Menschen auf engstem Raum zumeist in einfachsten Häuschen und sehr häufig illegal auch in selbst zusammengezimmerten Blech- und Bretterbuden ohne Strom und Wasser.

Der Sonnenuntergang über der False Bay mit der Kaphalbinsel am Horizont und den glutrot aufscheinenden Wolken, ist ein Schauspiel, das seinesgleichen sucht. Es herrscht eine schöne Stimmung hier am Strand, unsere Picknick-Verpflegung kommt nun doch noch zum Einsatz und schmeckt lecker.

Nur noch ein paar Minuten Autofahrt und wir sind zurück in unserer Unterkunft. Was haben wir heute also erlebt: Markt, Weingüter, Garten, Sonnenuntergang. Da bedauern wir die Panne, das Konzert am falschen Tag eingeplant zu haben, doch überhaupt nicht, denn es war wieder einmal ein wunderbarer Sommertag am Western Cape!

 

 

22.3.19 Kleine Zalze und Hidden Valley

Wir sind (u.a.) ins Cape Wineland gekommen, um einige gute Weine zu probieren. So auch heute. Von zuhause kennen wir schon einen Chenin Blanc von Kleine Zalze und daher schauen wir uns jetzt einmal an, wo diese Weine herkommen. Gut gestärkt durch ein schmackhaftes Frühstück im Country Guesthouse, trudeln wir nach kurzer Autofahrt beim riesigen Weingut Kleine Zalze ein. Zum Weingut von 1683 gehört auch ein TOP-Restaurant, ein großes Viersterne Ressort Hotel und ein Golfplatz. Die kleinen, weißen Häuser der Hotelanlage verteilen sich zwischen den Reben und im Hintergrund erhebt sich majestätisch der Helderberg. Leider ist dieser von einem Wolkenschleier eingehüllt, was das perfekte Panorama jedoch nur geringfügig beeinträchtigt.

Fünf der exzellenten Weine probieren wir am Picknicktisch unter den alten Eiche und wir werden dabei aufs Beste von einem jungen Mitarbeiter des Weinguts informiert. Den einen oder anderen dieser Weine werden wir sicher von zuhause aus bestellen. Dass die Kleine Zalze Weine gut in Deutschland vertreten sind liegt daran, dass sich dieser Betrieb stark auf den Export nach Europa spezialisiert hat. Zudem ist er einer der (auch mengenmäßig) großen Weinanbauer Südafrikas.

Gestern hatten wir einen Picknick-Korb im Weingut „Hidden Valley“ bestellt. (Es gibt die nur auf Vorbestellung.) Als wir um ca. 12 Uhr dort ankommen, sind wir einerseits von der atemberaubenden Aussicht begeistert, denn Hidden Valley liegt direkt am Fuße des Helderbergs und der Blick geht über die Weinberge hinüber zum Tafelberg, auf die Falsebay und auf die anliegenden Berge. Andererseits stört ein lärmender Generator die Idylle (mal wieder „loadshed“). Und bald erkennen wir auch, dass es keine lauschigen Picknick-Wiesen oder andere hübsche Stellen zum Picknicken zu geben scheint. Da wir den Korb auf 13 Uhr bestellt hatten, spazieren wir den auf dem Weingut gelegenen „nature trail“ entlang. Na ja: „nature trail“ ist vielleicht etwas hochtrabend für diese kleine Runde um den See von Hidden Valley. Als „Reinfall“ möchte ich unser Weinberg-Picknick dann doch nicht bezeichnen – aber ein Highlight ist es gewiss nicht. Ein leckeres Baguette, etwas Schinken, Chorizo und Salami, eine Salatpackung mit Nussmischung, verschiedene Käse und kleine Schälchen Oliven, Hummus und eine Salsa, zum Nachtisch Kuchen mit Kokosraspeln (für Andrea ein Graus!). Da konnte unser „Picknick“ vor ein paar Tagen im Corner House durchaus mithalten. Die Flasche Sauvignon Blanc, die wir dazu getrunken haben, war allerdings ein „feines Stöffchen“ 😊.

Um dem Relaxen zu frönen, hauen wir uns ein Stündchen aufs Ohr, als wir wieder im B&B sind. Danach setzen wir das Faulenzen am Pool fort, veredeln die Erholung mit anschließendem Nichtstun (Berichtschreiben ausgenommen) auf der Terrasse vor unserem Haus und gönnen uns noch ein Gläschen vom „L‘Amour Toujours“, die hervorragende Rotweincuvée, die wir gestern im Allee Bleu gekauft haben.

21.3.19 Weinregionen-hopping

Nach einem weiteren wunderbaren Frühstück in unserer Unterkunft „The Corner House“ heißt es heute Abschied nehmen von Franschhoek und umziehen in die weltbekannte Weinregion „Stellenbosch“. Keine nennenswerte Angelegenheit, denn die beiden Regionen liegen gerade mal 45 Fahrminuten auseinander. Wir wählen allerdings nicht den direkten Weg über das Tal hinter dem Simonsberg (wunderschön, aber diese Route und die daran liegenden erstklassigen Weingüter haben wir bereits 2015 abgefahren), sondern wollen nochmals über Paarl fahren, um „Spice Road“ zu besuchen.
Auf dem Weg bleiben wir zuvor aber noch im „Allee Blue“ hängen, einem Weingut, das wir auf unserer Tram-Tour vor zwei Tagen ausgelassen haben. Wir schlendern zunächst eine Weile durch das Anwesen, das auch wieder von weißen kapholländischen Gebäuden und schönen Parkanlagen geprägt ist, und lassen uns dann auf der durch Olivenbäumen beschatteten kleinen Terrasse für ein Tasting nieder. Jaaa…, morgens um 10:00 Uhr bereits Wein trinken, das ist schon allerhand! Wir beschränken uns allerdings auf je einen Schluck von insgesamt 4 Weißweinen. Das ist vertretbar! Weitere Infos dazu wieder von Wolfgang unter der Rubrik „Weine“. Da der Spitzenwein des Weingutes im Tasting nicht verfügbar ist, kaufen wir diesen kurzentschlossen „blind“ für einen der nächsten Abende. Erfreulich, dass unser persönlicher Degustationsberater uns dann doch noch ein „Versucherle“ dieses Tropfens anbietet. Der junge Mann war übrigens sehr kompetent und servierte auch diesen Rotwein perfekt temperiert.


„Spice Road“ bei Paarl ist nicht nur ein Weingut. Dort wurden verschiedene Gewerke, eine Brauerei, eine Gewürzhandlung, eine Schokoladenmanufaktur, eine Glasbläserei und anderes Kunsthandwerk auf einem wunderschön gelegenen „Gehöft“ zusammengeführt und entsprechend ist der Andrang (es sind derzeit Ferien). Wir bummeln zwischen den einzelnen Gebäuden entlang, immer im lichten Schatten alter hoher Bäume, testen Schokoladenkreationen (und kaufen natürlich auch welche
😉), lassen die Bierbrauerei aber aus und verkosten anstatt dessen eine Auswahl an Salami- und Schinken-Spezialitäten. Herrlich ist der Blick zurück zum Simonsberg und das Franschhoektal, den wir fast überall von dem erhöhten Gelände aus genießen können.


Natürlich gibt es hier auch Wein zum kosten. Darauf verzichten wir allerdings (ein Tasting am Morgen reicht wirklich), gönnen uns aber noch wunderbares Eis und leckeren Kaffee.


20 Minuten später erreichen wir die Stadt Stellenbosch und halten hier für einen kurzen Spaziergang durch den Stadtkern mit seinen schönen Lädchen und kultigen Gaststätten.

An der Touristeninfo nehmen wir noch die ausführliche Broschüre für diese Region mit (Wolfgang hatte zwar sehr viele Informationen für all unsere Stationen vorab zusammengetragen, aber Stellenbosch ist diesbezüglich unerschöpflich) und machen uns dann auf den Weg zu unserer Unterkunft „The Country House“, das wir keine 10 Minuten später erreichen. Die kleine Ferienanlage liegt südlich von Stellenbosch, in der Nähe der R44, die nach Summerset West führt und damit ans Meer („False Bay“).
Wir werden sehr freundlich willkommen geheißen, beziehen unser schönes „Zweizimmer-Häuschen“, legen uns an den Pool und nehmen zwischendurch ein erfrischendes Bad darin. Herrlich!
Für 18:30 Uhr hat die nette Empfangsdame uns freundlicherweise einen Tisch im angrenzenden Lokal „96 Winery Road“ reserviert. Es wirkt zwar auf den Ersten Blick reicht einfach und fast rustikal, aber es zählt zu den beseren Restaurants in der Region. Davon können wir uns beim ausgewählten Degustationsmenü überzeugen: nicht nur, dass die einzelnen Gänge alle (bis auf das Sorbet vielleicht) hervorragend zubereitet und angerichtet sind und einfach wunderbar schmecken, oder dass die dazugehörigen Weine hervorragend dazu passen … auch die Servicekräfte sind angenehm und souverän in ihrem Auftreten. Ein wunderbarer Abschluss für diesen Tag.

20.3.19 Uitkyk und La Motte

Gesten haben wir uns ausgedacht, dass wir heute mal wieder eine Wanderung machen wollen. In der unmittelbaren Nähe unserer Unterkunft beginnt eine Pass-Straße am Ende des Franschhoek-Tals. Schnell bringt uns die Straße mit einigen Spitzkehren auf die Passhöhe und schon von hier bietet sich uns ein prächtiges Panorama zurück ins Tal.
Da es noch ziemlich bedeckt ist und eher frischer, kühler Wind weht (und wir keine Jacken o.ä. dabeihaben) fahren wir erst mal den Pass auf der anderen Seite wieder runter in Richtung des Stausees Theewaterskloof Dam. Das Tal auf dieser Seite bietet ein Bild der Zerstörung durch Buschbrände, die noch nicht lange zurückliegen können. Buschbrände kommen hier mit großer Regelmäßigkeit vor. Angeblich sind sie sogar erforderlich dafür, dass die Fynbos-Vegetation überhaupt in dieser Form existieren kann.

 

Nach weniger als einer halben Stunde sind wir am Stausee, machen einen kurzen Fotostopp und fahren den Pass wieder hoch. Na ja: sooo wahnsinnig fotogen ist der See dann halt doch nicht. Außerdem ist der Wasserspiegel verdächtig niedrig. Es muss vor einem Jahr noch viel weniger Wasser drin gewesen sein. Seit 4 Jahren ist es am Western Cape viel zu trocken!

Auf der Passhöhe befindet sich der Wanderparkplatz für das Naturreservat Mount Rochelle. Dieses UNESCO Biosphären-Reservat wartet mit über 30 km Wanderwegen auf. Uns reichen heute die ca. 6 km des „Uitkyk-Trails“, der uns in 1,5 Stunden auf einen der Berggipfel des Gebirgszugs führt, von dem wir einen schönen Rundblick haben und von dem aus uns das Nachbartal zu Füßen liegt.

Da wir doch einige Höhenmeter gemacht haben, sind wir nun auf der gleichen Höhe wie die zahlreichen Wolken, die an uns vorbeiziehen. Wir sind nicht böse darüber, dass das Thermometer nicht allzu hoch ansteigt. Heute ist perfektes Wanderwetter.

Der Abstieg (auch 1,5 h) erfolgt auf dem gleichen Weg wie der Aufstieg durch die typische Fynbos-Vegetation: Erika, Protea und Gräser. Wir sind fasziniert, welche Vielfalt von Pflanzen uns hier begegnet und wieder können wir gar nicht genug bekommen von dieser einzigartigen Natur.

So machen wir noch eine „Extratour“ auf den Aussichtspunkt „vista“. Von hier aus schweift unser Blick durch das gesamte Franschhoek-Tal hindurch in die Ferne.

Gegen 13:30 Uhr sind wir zurück am Auto. Wir fahren zurück ins Corner House um zu duschen und uns für das Tasting bei La Motte frisch zu machen. Da mal wieder „loadshed“ ist, bleibt das Wasser allerdings kalt und der Fön läuft auch nicht! Loadshed heißen die täglichen (!) planmäßigen Stromabschaltungen, die 2- bis 3-mal täglich für meistens 2 Stunden stattfinden. So starten wir erfrischter als gewollt (wegen des kalten Wassers) zum Weingut La Motte.

Schon 2015 hatten wir es besucht und da es uns damals so gut gefiel und die Weine erstklassig sind, steht es heute „auf unserer Liste“. Außerdem hatten wir damals keine Zeit, bei La Motte zu Mittag zu essen. Das wollen wir heute nachholen. Das Restaurant ist für seine Qualität bekannt. Draußen im Garten können wir wunderbar unter uralten Eichen in hölzernen Loungemöbeln sitzen und unseren Lunch einnehmen: African Cheese Platter (w) und Harvest Plate (a), abgeschlossen durch je ein Stück Kuchen zum Espresso.

Seit mehr als 300 Jahren wird hier Wein gemacht. Der Tastingroom ist hell und freundlich, Ziegelmauerwerk und helles Holz, sowie eine liebevolle Dekoration sorgen für Behaglichkeit. Durch große Glasscheiben kann man in den Fass-Keller mit mehreren hundert 300-Liter-Fässern schauen und in den Gärkeller mit seinen Stahltanks. Leider ist es sehr laut im Verkostungsraum und auch mit der Vorstellung der Weine bin ich nicht sehr zufrieden. Die Kommentare sind auswendig gelernte Sätze und einfachste Fragen können nicht beantwortet werden. Aber die Weine sind spitze! (siehe demnächst in der Rubrik „Wein“).

Kurz nach 5 fahren wir wieder durch die Pforte des Weinguts ins Zentrum von Franschhoek. Wir bummeln ein wenig in der Stadt. Hier kann man sich völlig unbesorgt bewegen und das nicht nur bei Tag, sondern auch bei Dunkelheit auf dem Rückweg vom Dinner. Franschhoek ist eine wirklich sichere Stadt. Wir kaufen bei „Woolworth food“ ein. Der Laden ist bestens ausgestattet, wie aus dem Ei gepellt und in sehr modernem Chique eingerichtet. Wir finden einige Leckereien, die wir ohne zu kochen zum Abendessen in unserem B&B genießen können. Dazu gibt es eine Flasche Wein, nämlich den „Afrikana“ von Solms Delta. Wunderbar! Es muss nicht immer „fine dining“ sein.

Mal sehen, ob ich es noch schaffe, die Bilder des Tages hochzuladen, oder ob der nächste loadshed mir einen Strich durch die Rechnung macht.

 

 

19.03.19 Wine-Tasting in Franschhoek

Nach einem wunderbaren Frühstück auf der Veranda unseres „Corner House“ gehen wir in die Stadt. Will heißen: 5 Minuten gemütliches Bummeln entlang teils idyllischer Einfamilienhäuschen und wir treffen bereits auf die Hauptstraße von Franschhoek. Diese punktet mit ihren vielen Restaurants, Cafés, Boutiquen und Galerien, die allesamt einen leicht französischen Charme versprühen und zum Verweilen einladen.
Der „Franzosenwinkel“, wie Franschhoek übersetzt heißt, verdankt seinen Namen einer Gruppe von rund 200 Hugenotten, die sich Ende des 17. Jahrhunderts hier niederließen. Die Winzer unter ihnen erkannten sehr bald, dass sich die Gegend hervorragend zum Weinbau eignet. Franschhoek liegt nämlich geschützt zwischen den Bergen Groot Drakenstein und dem Simonsberg und daher herrscht ein recht mildes Klima. Das Franschhoek-Tal erinnert uns entfernt an Südtirol.
Mittlerweile hat sich die Gegend zu den bedeutendsten Weinanbaugebieten Südafrikas mit über 30 Weingütern entwickelt, die sehr viele Spitzenweine hervorbringen. Einige davon wollen wir heute probieren. Gut, dass vor einigen Jahren jemand die clevere Idee hatte, den Touristen einen ganz speziellen Fahrdienst zu den Weingütern anzubieten: mit der „Wine Tram“, einer alten (1923), doppelstöckigen Straßenbahn und mehreren Bussen im selben Design, die das Bindeglied zu den einzelnen Weingütern sind, kann man auf acht Routen mit jeweils 7 bis 8 Stopps insgesamt 26 Weingüter anfahren!

Man ist gut beraten, sich vorab zu orientieren, welche Weingüter man besichtigen und deren Weine verkosten will…und vor allem, sich vorzeitig anzumelden. Obwohl keine Hauptsaison mehr ist, ist unsere Wunschtour um 10:05 und auch die um 10:40 Uhr bereits ausgebucht. Egal, dann starten wir halt erst um 11:15 Uhr und können somit „nur“ noch drei Weingüter anfahren (außer, wir würden jedes Tasting binnen 30 Minuten durchziehen).
Die Zeit bis zur Abfahrt verbringen wir mit Bummeln auf der Mainroad und Auskundschaften, in welchem Lokal wir heute Abend essen gehen werden.
Am Sammelplatz für die Wein-Touren werden die anwesenden Weinliebhaber überpünktlich abgeholt und auf die jeweiligen Busse verteilt. Wir fahren gut 20 Minuten, bis wir zunächst in einen anderen Bus umsteigen und von Manda in Empfang genommen werden, einem sehr engagierten und gut informierten Tourguide, der zu jedem Weingut, das auf der Route liegt, interessante Hintergrundinformationen hat, aber auch mit markigen Sprüchen und mit viel Witz für gute Stimmung sorgt.


Wir wählen das Weingut „Solms Delta“ für unseren ersten Stopp aus. Dieses besticht nicht gerade durch übermäßig stylische Optik, wenn auch einige historische Gebäude auf dem Gelände stehen. Aber die Weine gefallen uns gut bis sehr gut und werden auch mit viel Sachverstand präsentiert. Die Verkostungen selbst stellt euch Wolfgang im Detail unter der Rubrik „Weine“ vor.


Nach 70 Minuten besteigen wir wieder unseren Bus, um zum Weingut „Boschendal“ zu gelangen. Dieses haben wir bereits 2015 besucht, hatten damals aber auf eine Weinprobe verzichtet, weil zu früh am Morgen. Stattdessen hatte uns damals das wunderschön angelegte Anwesen mit seinen historischen Gebäuden und der stimmigen Gestaltung begeistert. Heute fahren wir überraschenderweise aber in einen ganz anderen Bereich des Weingutes (das RIESIG ist) und steigen vor einer kleinen Parkanlage mit Picknickbereich und Rosengarten, an deren Ende sich das historischen Haupthaus vor der der markanten Bergkulisse abhebt. Im Halbschatten einer riesigen, uralten Eiche lassen wir uns auf nostalgische anmutenden Gartenmöbeln nieder und ordern das Tasting unserer Wahl (siehe Weine). Um dem Alkohol wenigstens ein wenig die Durchschlagskraft zu nehmen, bestellen wir zusätzlich eine Käse-/ Biltong-Platte. Dieser Snack fällt gegen die hervorragenden Weine und das wunderbare Ambiente leider ziemlich ab: vier verschiedene Käsesorten, lieblos auf einem Vesperbrett aufgereiht, in Zellophan eingeschweißte Kräcker dazu und etwas vom typischen Trockenfleisch dazugehäufelt – DAS GEHT BESSER und ansprechender, wie wir bereits mehrfach erfahren durften. Dafür punktet unser Sommelier mit profundem Wissen und lässt sogar einen zusätzlichen Wein der Extraklasse als „Zwischengang“ rausspringen.  Wunderbar!


Als wir nach gut 1 ½ Stunden Boschendal verlassen, bin ich platt: trotz der vergleichsweise geringen Menge Alkohol, hinterlässt dieser doch seine Wirkung
😉.
Vom Bus steigen wir nun im in die nostalgische Tram, genießen die Aussicht vom Hochdeck auf die Landschaft mit dem charakteristischen Simonsberg und steigen bei letzten Weingut unserer Wahl aus, „Plaisir de Merle“. Das Anwesen ist wunderbar gelegen am Fuße des Simonsberg, die Szenerie ist wieder bestimmt von den typischen weißen, kapholländischen Herrenhäusern, einem liebevoll angelegten Garten und alten, hohen Bäumen, unter denen kleine Sitzgruppen zum Verweilen einladen.

Zu den 4 Weinen, die wir für die Verkostung ausgesucht haben, bestellen wir nochmals eine Käseplatte (wunderbar angerichtet), sind dann aber von den Weinen nicht so überzeugt.
Das liegt auch daran, dass in Südafrika die Rotweine oft viel zu warm ausgeschenkt werden (sollte zumindest beim Erzeuger nicht passieren). Die weitverbreitete, falsche Meinung „Rotwein darf nicht gekühlt werden“ wirkt sich gerade in Südafrika fatal aus. Wir wollen doch keinen Glühwein trinken! Unsere Sommelière reagiert auf unsere Kritik super und bringt uns die Weine unserer Wahl nun korrekt temperiert.
Nach einer guten Stunde geht es zurück mit der Tram, dann mit dem Bus nach Franschhoek. Unsere Mitreisenden haben teilweise ganz schön Schlagseite, ich bin wieder fit
😊.


Bei unserer Unterkunft angekommen, legen wir uns eine Weile an den Pool, lesen, halten ein Nickerchen, zum Baden ist es leider ein wenig frisch.
Zum Abendessen gehen wir in das „Le Bon Vivant“, bekannt für seine erstklassige Küche. Und leider bekommen wir zu unserem Wildgericht (Springbock, wunderbar zubereitet) den Pinotage viel zu warm serviert. Und auch hier reagiert die Bedienung souverän, nimmt die geöffnete warme Flasche mit und bringt eine gekühlte Flasche…na also: geht doch! In Zukunft werden wir vor dem Öffnen der Flaschen die Temperatur prüfen.

18.3.19 Franschhoek

Taal Monument und Babylonstoren 

Unser Flug nach Capetown startet um 8:50 Uhr. Daher bekommen wir ein vorgezogenes Frühstück (vor der eigentlichen Frühstückszeit). Das Hotel führt auch unseren Transfer zum Flughafen durch. Wir rechnen anhand der Angaben der Southafrican Airlines aus, dass wir um 8 Uhr am Airport sein müssen. Um 7:30 treffen wir dann auch ein. Viel zu früh, denn der Check-in-Schalter öffnet erst um 8:00 Uhr. Das war eigentlich die angegebene Zeit für den spätestmöglichen Check-in. Egal!

Klasse, dass wir vom Flugzeug aus nun noch einmal die Strecke, die wir in den vergangen zwei Wochen zurückgelegt haben, aus der Vogelperspektive betrachten können. Der Himmel ist wolkenlos und so können wir die Landschaft unter uns bestens in Augenschein nehmen. Nach dem Start dominiert der ziegelrote Wüstensand der Kalahari – nur unterbrochen vom breiten, grünen Ufersaum des Orange River. Später wird der Boden erst gelb, dann grau und bald erheben sich die Cederberge unter uns. Sogar das Tal, in dem wir vor ein paar Tagen „gewohnt“ haben, lässt sich eindeutig identifizieren. Wir sind begeistert von diesem Flug!

In Kapstadt läuft dann alles wie geschmiert und mit völliger Routine nehmen wir unser Gepäck vom Band, gehen zum Mietwagenverleih, übernehmen unseren Wagen und setzen unseren Urlaub fort. Der Umstieg von unserem geliebten Toyota Fortuner auf den viel kleineren Corolla geht dann doch besser als zunächst erwartet. Man kommt sich nur kurzfristig „tiefergelegt“ vor 😉

Unser erstes Ziel in der Cape-Wine-Region ist das Taal Monument in Paarl, das auf unserem Weg zum Hotel in Franschhoek liegt. Das Taal Monument ist der Sprache „Afrikaans“ gewidmet und besteht aus mehreren Obelisken, Halbkugeln und anderen Strukturen aus Beton, allesamt mit viel Symbolkraft. Das Monument aus den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts strahlt eine besondere Würde aus und bettet sich überraschend gut in die wunderschöne Landschaft der Kap-Weinregion ein. Auf der Terrasse des hiesigen Lokals genießen wir nicht nur das unbeschreibliche Panorama, sondern auch ein kleines Mittagessen – Biltong-Quiche (a) und Bobotie (w).

Auf dem weiteren Weg zum Hotel kommen wir am Weingut Babylonstoren vorbei. Dem wollten wir ohnehin einen Besuch abstatten. Da noch genug Zeit bis zum Einchecken ins Hotel bleibt, nutzen wir diese nun gleich. Babylonstoren ist ein liebevoll restaurierter uralter Gartenbaubetrieb und Weingut mit Gebäuden im kapholländischen Stil, ergänzt durch moderne, stylische Neubauten. Alles hier ist einfach nur schön: die gepflegten Gartenanlagen, die Gebäude, der Farmshop, der Tastingroom. Obwohl es mittlerweile wieder recht heiß ist, schauen wir uns den riesigen Garten mit seinen Gemüsebeeten, Kräutergärten, Spalierobst, usw. ganz ausführlich an. Zum Abschluss gibt es ein Tasting, bei dem sechs Weine zur Verkostung kommen. (Näheres dazu unter „Weine“).

Nun ist es nicht mehr weit zum Corner House in Franschhoek. Dort treffen wir um 5 Uhr ein und werden von Michaela, einer deutschsprechenden Namibierin, die nach Südafrika übersiedelt ist, freundlich in Empfang genommen. Wir lassen uns häuslich nieder und setzen uns ein wenig in den Garten, bevor wir „downtown“ zum Dinner gehen. Im Café des Arts essen wir Steaks vom Wildebeast (Gnu) und trinken einen schönen Pinotage von Aan de Dorns dazu.

Jetzt noch den Tagesbericht schreiben, Bilder aussuchen und hochladen, dann die Reiselektüre voranbringen und nicht zu früh zu Bett gehen, denn Frühstück gibt es hier erst am 8:30 Uhr. (Wir sind doch gerade ans Frühaufstehen gewöhnt!).

P.S.: Punkt 22 Uhr haben wir eine Stromsperre. Daher kann ich den Text samt Bildern jetzt nicht gleich hochladen.

17.3.19 zurück in Upington

Nach schlechtem Schlaf wegen der stinkenden Unterkunft, sind wir früh wach und starten eine weitere Pirschfahrt, um unsere letzte Chance wahrzunehmen, noch weitere Großkatzen – vielleicht Löwen – zu sichten. Da es in der Nacht jedoch regnete und es auch am Morgen noch wolkig und regnerisch ist, bleibt dieser game drive ohne nennenswerte Sichtungen.

Zurück im Rest Camp gibt es ein schnelles Frühstück, dann wird gepackt und schon um 10:30 Uhr machen wir uns auf, zurück nach Upington. Genau wie auf der Hinfahrt genießen wir den 2,5-stündigen Rückweg durch die einzigartige Landschaft.

Nachdem wir im Riverplace Manor ankommen, gebe ich den Mietwagen an der Europcar-Station im Flughafen ab. Ich habe einige Probleme, von diesem verschlafenen Airport zurück in die Stadt zu kommen. Kein einziges Taxi weit und breit und auch keines, das sich per Telefon herbeirufen ließe. Drei Damen von der Security versuchen mir zu helfen, können aber nichts ausrichten. Irgendwann zitieren sie den „supervisor“ des Flughafens herbei und dieser leitende Angestellte fährt mich dann kurzerhand höchstpersönlich zurück ins Hotel. Wir unterhalten uns auf der Fahrt sehr angeregt und er lässt sich dann auch nicht dazu überreden, eine Vergütung für diesen Transport anzunehmen.

Danach geht es an den Pool. Mit dem PC unterm Arm für das Texten und Bilder Aussuchen für den Blog vergeht die Zeit wie im Flug. Im Schatten lässt es sich gut aushalten, denn es ist wieder sehr heiß (39 Grad). Übrigens: Daimler Benz testet seine neuen Autos auf Hitzetauglichkeit in Upington! (Einige Benzler sind bei uns im Hotel einquartiert.)

Die Bootstour auf dem Orange River, die vor vier Tagen nicht zustande kam, startet heute um 17:30 Uhr. Daran nehmen wir gerne teil. Leider haben wir kein Auto mehr und wir müssen per pedes zum Bootsanleger marschieren. Aber zufällig sieht uns dabei der Eigentümer des Hotels, packt uns kurzerhand in sein Auto und bringt uns hin.

Wir verbringen 1 ¾ Stunden auf der „sundowner cruise“ und erfreuen uns der spektakulären Farben des Sonnenuntergangs. Ringsherum tobt sich ein Gewitter aus. Das gibt herrliche Impressionen: im Vordergrund der Fluss, dahinter ein orangeroter Sonnenuntergang, dunkelgraue Wolken am Himmel und immer wieder Blitze am Horizont. Ein unvergessliches Naturschauspiel.

Nach der Bootstour sind wir sehr hungrig und würden gerne zu Abend essen. Aber wie kommen wir in ein Restaurant? Sakkie, der Chef der Bootstour, bietet uns an, uns zu der Kalahari Mall zu fahren, wo wir in einem Steakhouse „dinieren“ können.

Und wie kommen wir nun zurück ins Hotel? Es gewittert nun auch in Uptington und der Fußweg ins Hotel wäre kein Spaß. Die Bedienung macht uns wenig Hoffnung, ein Taxi herbeizitiert zu bekommen. Aber sie kennt jemanden, der uns fahren könnte. Gesagt – getan. Ein „Privatmann“ chauffiert uns ins  Riverplace Manor zurück und sagt, wir sollen ihm einfach so viel bezahlen, wie wir für richtig halten. Die Upingtoner sind unheimlich hilfsbereit: 4 Fahrten und keine davon in einem Taxi!

Hier endet der erste (Abenteuer-) Teil unseres diesjährigen Urlaubs. Morgen fliegen wir nach Kapstadt und beginnen Teil 2, den eher genussbetonten Urlaubs-Abschnitt  😊.

 

 

16.3.19 Frühstück mit Erdmännchen

Natürlich sind wir gespannt, welche Tiere sich zum Sonnenaufgang vor unserer Terrasse versammelt haben. Leider ist nicht einmal von den Borstenhörnchen direkt vor dem Haus etwas zu sehen. Als wir jedoch eine halbe Stunde später beim Frühstück draußen sitzen, sichten wir eine Erdmännchengruppe unweit der Terrasse, die eifrig am Buddeln ist. Das hat man auch nicht alle Tage: Erdmännnchen als Frühstücksgäste.

Gegen 8 Uhr haben wir wieder alles ins Auto geräumt, geben an der Rezeption den Schlüssel ab und erhalten unser „permit“ für die Rückfahrt nach Tree Rivieren. Kurz schauen wir noch über die Grenze nach Namibia, aber klar: auf der anderen Seite des Schlagbaums sieht es auch nicht anders aus als in Südafrika.

Heute fahren wir auf direktem Weg zurück, also „nur“ 120 km durch das Aurobtal. Zu Beginn ist die gravel road sehr sandig, weshalb sich Wolfgang vorwiegend aufs Fahren konzentrieren muss. Ich halte Ausschau und entdecke schon bald eine Giraffengruppe, die die umstehenden Bäume „abgrast“. Doch dann ist das Tal wie ausgestorben; kein Tier weit und breit, was eigentlich auch nicht verwundert, denn das Thermometer zeigt bereits vor 9 Uhr 38 Grad Celsius an. Einzig vereinzelte Vögel lassen sich blicken. Unsere Hoffnung, heute Raubkatzen zu sichten, sinkt. Als wir zwei Geier entdecken ist dies ein echtes Highlight.

Der Weg schlängelt sich entlang des ausgetrockneten Flussbetts, führt an diversen Wasserlöchern vorbei, aber außer vereinzelten Antilopen ist nichts zu entdecken. Die Temperaturen klettern weiter – noch vor 12 Uhr ist die 40-Grad-Marke geknackt. Zum Glück gibt es Autos mit Klimaanlage.

Als wir ca. die Hälfte der Strecke gefahren sind, werden wir Zeugen eines Konflikts zweier Tierarten. An einem Wasserloch steht eine Gruppe Oryxantilopen, deren Leittier Besitzansprüche darauf geltend macht. Als eine Gruppe Giraffen eintrifft, verwehrt er dieser den Zugang zum erfrischenden Nass. Verblüffend, dass eine vergleichsweise kleine Antilope diese „Riesen“ in Schach hält.

Wir gönnen uns eine kurze Rast auf einem Picknickplatz. Aber bei 42 Grad im nicht vorhandenen Schatten, macht die Rast keinen richtigen Spaß. Bereits nach 15 Minuten machen wir uns wieder auf den Weg … Zum Glück!

Denn dadurch entgeht uns nicht die kleine Gruppe von Geparden, die im Schatten eines Baumes auf Beute lauert. Juhu: nun haben wir doch noch unser Raubkatzen-Sichtung. Wir beobachten die drei eine Weile, aber da die Geparden keine Anstalten machen, aus ihrer Deckung zu kommen, fahren wir nach einiger Zeit weiter.

Kaum sind dass wir in Twee Rivieren angekommen sind uns wieder unsere Unterkunft bezogen haben, braut sich am Himmel ein Unwetter zusammen. 42 Grad sind wohl auch für die Kalahari zu viel. Es blitzt und donnert, erste Regentropfen fallen, und dann gießt es für 10 Minuten in Strömen.

Nach diesem erfrischenden Schauer gehen wir zum Abendessen ins Camp-Restaurant und kommen sowohl zwei weißen Südafrikanerinnen aus Durban, als auch mit zwei Schweizern ins Gespräch. Peter entpuppt sich als alter Hase bezüglich Südafrika/Namibia/Botswana und gibt uns etliche Tipps für weitere Urlaube auf diesem Kontinent.

Zurück am Haus genießen wir das grandiose Schauspiel aus Wetterleuchten und Blitz und Donner, das bis weit in die Nacht anhält.

15.3.19 Mata Mata

Wie bereits erwähnt: der Wecker klingelt um 5:45 Uhr. Bereits am Vorabend habe ich Stativ, Kamera und Objektiv gerichtet, damit es schnell geht. Mit meiner Stirnlampe (Rotlicht) ausgestattet, suchen wir den besten Platz, an dem ich zum einen ein Milchstraßenpanorama, zum anderen Bilder vom Saturn mit seinen Monden machen kann. Da leider einige Lichter der Anlage auf Dauerbeleuchtung geschaltet sind und der Himmel bewölkt ist, sind die Voraussetzungen mehr als ungünstig. Mal sehen was letztendlich bei unserem Morgeneinsatz rauskommt, denn die 14 Einzelaufnahmen der Milchstraße können wir erst zu Hause mit der entsprechenden Software zusammensetzen. Eine stimmungsvolle Aufnahme kurz vor dem Sonnenaufgang springt als „Nebenprodukt“ raus.


Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir um 7:40 Uhr in den Park, nachdem wir unser „Permit“ an der Rezeption abgeholt haben (Man muss ich für jede Tour an- und abmelden). Als erstes springt uns eine fotogene Erdmännchenkolonie ins Auge, denn deren Bau befindet sich wirklich für uns auf Augenhöhe. Herrlich zu beobachten, wie die kleinen Gesellen ihr Zusammenleben perfekt durch Arbeitsaufteilung (Wächter, Futtersuchende…) organisieren.

Nach einem 20 cm langen Riesentausendfüßler erspähen wir die „üblichen Verdächtigen“ Springboks in größeren und kleineren Gruppen, wandernd oder im Schatten liegend. Wir erspähen eine größere Gruppe von Red Hartebiests, ein riesige Panterschildkröte, Oryxantilopen etc.

Nach gut 3 Stunden, ca. 120 Km und 8 Wasserlöchern rasten wir kurz an der Picknickstelle „Dikbaardskolk“, bevor wir vom Nossobtal links abbiegen, die Dünenlandschaft erklimmen und die gut 50 km lange Querspange zum Auobtal einschlagen. Wir haben einen Fahrerwechsel vorgenommen (ich fahre jetzt) und bald kommen wir uns vor wie auf hoher See, denn wir fahren über parallel ausgerichtete Sanddünenbuckel, orangefarben (Sand) mit grünen Büschen und gelbem Gras bewachsen. Leider Sichten wir auf dieser Strecke kaum Tiere, die wir nicht schon mehrmals gesehen haben. Nur die Steenbok bilden eine Ausnahme. Diese kleinen Antilopen stehen immer wieder mitten auf der Schotterpiste und lecken am Gestein (Kalk). Da heißt es die Augen offen halten, denn nach jeder „Welle“ könnte wieder ein Steenbok stehen!

Nach einiger Zeit tut uns der Blick in (ausgetrocknete) Aurobtal auf. Ein schöner Anblick! Und nicht nur wegen der fantastischen Landschaft, sondern auch wegen der Gruppe von vier Giraffen, die sich hier an einem Wasserloch den Durst stillen. Das ist wieder mal eine großartige Sichtung nach der langen „Durststrecke“ hierher. Aber der KTP ist eben kein Zoo und auch keiner der Parks, in dem nach jeder Kurve ein anderes Tier auftaucht. Aber das wussten wir und das ist auch gut so!

Einen Kilometer weiter steuern wir den nächsten Picknickplatz an. Neben uns her laufen weitere Giraffen in die gleiche Richtung. Der Rastplatz ist fast schattenlos, weil die wenigen Bäume hier vollkommen vertrocknet sind. Es herrscht mittlerweile eine ganz schöne Hitze aber die 40-Grad-Marke habe wir noch nicht ganz erreicht.

Auf der Weiterfahrt sichten wir nochmal Giraffen, dann Black Wildebeast, einen Geier und andere Vögel. Kurz vor 4 Uhr erreichen wir unser heutiges Rest Camp, Mata Mata, wo wir das Riverbed Chalet Nr. 12 beziehen. Hierbei handelt es sich um eine recht luxuriöse Unterkunft, mit einer Terrasse, die direkte Sicht auf ein nahe gelegenes Wasserloch bietet, das zudem noch bis 22:00 Uhr beleuchtet ist.

Das bedeutet: keine weitere Pirschfahrt mehr heute. Sollen doch die Tiere zu uns ans Haus kommen und ausnahmsweise mal nicht wir zu ihnen. Und das tun sie dann tatsächlich. Zuerst besucht uns ein Schakal, der den Eindruck vermittelt, dass er mit den Gästen sehr vertraut ist. Später gesellen sich weitere Schakale hinzu, dann sogar eine Braune Hyäne! Während des Grillens des Abendessens sehen wir den possierlichen Ground Squirrels (Borstenhörnchen) zu.

 

14.3.19 Kgalagadi Transfrontier Park

250 Km nordwärts geht es heute. Wir wollen die nächsten drei Tage im Kgalagadi Transfrontier Park (KTP) verbringen. Der KTP ist mit seinen 38.000 km² größer als das eine oder andere Land dieser Erde und auf jeden Fall einer der größten Nationalparks der Welt. Den Park erreichen wir über eine asphaltierte Straße, die uns schon kurz nach Upington durch die wunderschöne Kalahari führt. Wikipedia lehrt uns, dass die Kalahari die weltweit sechstgrößte Wüste ist. Landläufig stellt man sich unter „Wüste“ immer eine Sandwüste vor. Das war die Kalahari bis vor 10 … 20.000 Jahren. Seither sind ihre Sanddünen aber mit dornigen Büschen und harten Grasbüscheln bewachsen. Zwischen den Pflanzen scheint aber immer der orangerote Dünensand durch.

Die Straße durchschneidet die schier unendlich anmutende Reihe von Dünen. Das Farbenschauspiel ist einzigartig: orangeroter Sand, silbrige und olivgrüne Büsche darauf, vereinzelt ein dunkelgrüner Baum, darüber der strahlendblaue Himmel mit ein paar Weißen Wölkchen. Die zweieinhalb Stunden von Upington zum KTP vergehen wie im Flug und wir können uns an der Landschaft kaum sattsehen.

Gleich hinter dem Parkeingang liegt unser erstes Rest Camp „Twee Rivieren“. Mit 31 Wohneinheiten, Tankstelle (an der ich wieder den Reifendruck ablasse), Shop, Restaurant und 24 Stunden Strom ist Twee Rivieren ein großes, gut ausgestattetes Camp.

Unsere Unterkunft ist noch nicht bezugsfertig – es ist ja noch nicht mal 12 Uhr, darum entscheiden wir spontan, den „kleinen“ (100 km) Loop zu fahren, der im Nossob-Tal beginnt, dann die Dünen zwischen den beiden Tälern quert, um dann im Aurob-Tal wieder zurück zu führen. „Tal“ heißt in diesem Zusammenhang „ausgetrocknetes Flusstal, in dem alle 60 bis 100 Jahre einmal Wasser fließt, zuletzt 2000“. Im Nossobtal bewegen wir uns entlang der Grenze zu Botswana. Mal befinden wir uns in Südafrika, mal im Nachbarland Botswana.
Gleich auf dieser Runde treffen wir einige Tiere an, obwohl die Mittagszeit für Tierbeobachtungen denkbar ungünstig ist. So z.B. Strauße mit 6 Küken, eine große Herde von Springbok und Black Wildebiest (Gnus). Weiter geht es mit Oryx, einem Sekretär (ein großer Greifvogel), Pantherschildkröten, einem Adler, einer (noch nicht näher bestimmten) Schlange von ca. 1,5 m Länge, einigen Steenbok, einem Southern Chanting Pale Hawk (deutsch?) und Großtrappen. Nach einer kurzen Rast an einem Picknickplatz entdeckten wir auf der Weiterfahrt Borstenhörnchen, einige der vorhin schon gesichteten Antilopen und Erdmännchen und dazu verschiedene weitere Vögel, die wir erst noch identifizieren müssen. 

Zurück im Rest Camp beziehen wir unser „Chalet“. Es ist funktional und einfach eingerichtet, stinkt aber bestialisch nach – ich vermute – dem Holzschutzmittel, mit dem die Dachbalken wohl erst vor kurzem gestrichen wurden.  Der Gestank erinnert mich an alte Eisenbahnschwellen aus Holz. Es ist kaum auszuhalten!

Jetzt muss es schnell gehen. Es ist schon nach 16 Uhr und um 18 Uhr startet unser Sundowner Drive und wir wollen noch essen. Ich koche auf die Schnelle Spaghetti mit Biltong-Chakalaka – ein echtes Verlegenheitsgericht mit Chakalaka aus der Dose, das aber trotzdem einigermaßen mundet. Beim Essen besuchen uns Mangusten und verschiedene Vögel, die versuchen, etwas zu stibitzen.

Der Sundowner beginnt mit der Sichtung einer riesigen Eule in einem Baum gleich an der Straße. Bald sehen wir die „üblichen Antilopenarten“ und auch Strauße, die in der untergehenden Sonne ein hübsches Bild abgeben. Spannend wird es erstmals, als ein Schwarzdeckenschakal unseren Weg kreuzt. Wir können in eingehend beobachten. Dann erhaschen wir einen Blick auf einen Dachs, der aber gleich wieder verschwindet. Der nächste Höhepunkt der Tour ist die Sichtung einer Afrikanischen Wildkatze, die von den Scheinwerfern angestrahlt sehr gut zu sehen ist und lange in unserem Gesichtsfeld bleibt. Ganz verzückt sind wir, als wir eine Ginsterkatze mit drei Jungtieren entdecken und den Tieren beim Klettern im Baum zuschauen können. Die Jungen müssen noch sehr klein sein, denn sie tun sich noch ein wenig schwer mit der Fortbewegung auf den dünnen Ästen. Zum Schluss des game drive kommt uns noch ganz kurz ein Stachelschwein in den Suchscheinwerfer.

Zwar haben wir keine der legendären Großkatzen der Kalahari (Löwe, Leopard, Gepard) zu Gesicht bekommen, dennoch brachte uns die Pirschfahrt – so fanden wir – eine sehr schöne „Ausbeute“.

Bald nachdem wir wieder im Camp sind, machen wir uns bettfertig, denn morgen klingelt schon um 4:45 der Wecker, damit Andrea noch einmal Sterne fotografieren kann und wir uns danach früh zu unserer Fahrt nach Mata Mata aufmachen können.

13.3.19 Kanu und Wein in Upington

Ausschlafen und dann ein gutes Frühstück, so beginnt unser heutiger Tag. Ich erinnere mich, dass in der Hotelbeschreibung über die Möglichkeit geschrieben stand, ein Kanu zu mieten. Und tatsächlich:  am Fluss stehen zwei Kanus für Hotelgäste bereit. Ich frage, ob wir nach dem Frühstück eines nehmen können. No problem!

So brechen wir gleich nach dem Frühstück zu einer zweistündigen Kanufahrt auf dem Orange River auf. Hohes Schilf besäumt den ganz langsam daher fließenden Fluss, der sich immer wieder in Seitenarme aufteilt. Wir paddeln gemütlich vor uns hin und suchen die Ufervegetation nach Vögeln ab. Wir kennen längst nicht alle, aber zumindest weiße und graue Reiher, Ibisse, Nilgänse, Kormorane und der Eisvogel sind uns bekannt. Erst als Felsen und starke Gegenströmung uns das Weiterkommen verwehren, drehen wir um. Diese Outdoor-Aktivität hat uns richtig viel Spaß bereitet.

Eine Dusche – und schon sind wir bereit für eine weitere Weinprobe. Heute haben wir es nicht weit, denn wir besuchen ganz in der Nähe zum Hotel die Probierstube der Orange River Cellars. Das ist ein riesiger Betrieb, der die Weinernte von über 850 Weinbauern der größeren Region aufkauft und daraus ansprechende bis gute Weine ausbaut. (Details zur Verkostung unter dem Menüpunkt „WEINE“). Das Ambiente ist chic, aber längst nicht so idyllisch wie gestern bei „Bezalel“, aber hier gibt es die deutlich besseren Weine. Aufgrund eines Missverständnisses essen wir vor der Verkostung eine Olivenplatte, bestehend aus 8 Schälchen unterschiedlicher Oliven mit unterschiedlichen Kräutern und drei verschiedenen Tapenaden, sowie einigen Crackern. Gar nicht schlecht, finden wir.

Anschließend statten wir der Kalahari-Mall noch einen Besuch ab, um uns mit Lebensmitteln für die nächsten Tage einzudecken, denn im Kgalagadi Transfrontier Park (KTP) werden wir unser Frühstück selbst zubereiten und auch einmal abends grillen.

Noch einmal zieht es uns an den großartigen Pool unseres Hotels. Es ist 38 Grad heiß. Da etwas Wind geht, kann man es im Schatten der hohen Bäume des Hotelgartens prima aushalten. Wir baden, lesen, beobachten eine Vielzahl an Vögeln, die den Rand des „Endless-Pools“ als Trink- und Badegelegenheit nutzen. Nach und nach ziehen dunklere Wolken auf. Es war für heute Abend auch ein Gewitter vorhergesagt. Mal sehen, ob sich eines zusammenbraut und ein paar der durchschnittlich 188 mm Regen pro Jahr heute fällt. (Vergleich: im trockenen 2018 waren es bei uns zuhause immerhin noch über 800 mm).

 

12.3.19 Upington

Wir sind mittlerweile super in unserem „Roadtrip-Modus“ angekommen. Damit meine ich das Einpacken – Weiterfahren – Ankommen – Auspacken – Genießen – etc. So auch heute, denn es geht weiter auf unserer Tour nach Upington. Das ist eine Stadt mit ca. 70.000 Einwohnern flussaufwärts am Orange River gelegen, in einer Oase in der riesigen Wüste/Halbwüste hier im Nordwesen Südafrikas.

Upington ist für uns Zwischenstation vor dem Besuch des Kalagadi (Kalahari) Transfrontier NPs. Auf dem etwa 1 ½-stündigen Weg hierher fallen uns die riesigen Weinfelder auf. Allerdings sehen die Reben nicht aus wie solche für Qualitätsweine. Kein Wunder, denn ein sehr großer Teil der hier angebauten Trauben geht in die Produktion von Rosinen. So sehen wir auch die gigantischen Betonplatten, auf denen die Trauben in der Sonne getrocknet werden. Mal sehen, was auf der Rosinenpackung steht, wenn wir zuhause wieder eine kaufen. Vielleicht stammt sie ja von hier. Das wäre keine Überraschung, denn der weltweit zweitgrößte Betrieb für Trockenfrüchte ist hier ansässig.

Kurz vor Upington: von weitem sieht es so aus, als wären hier Außerirdische in der Wüste gelandet. Hell gleißendes Licht am Ende eines hohen Turms mit einer Aura umgeben und so hell, dass man mit bloßen Auge nicht hinschauen kann, obwohl wir im Abstand von etwa 2 km an der Anlage vorbeigefahren. Das könnte durchaus ein Raumschiff sein. Ist es aber nicht. Unsere Vermutung, dass es sich hierbei um ein Sonnenkraftwerk handeln muss, bestätigt sich, als wir am Fuße des Bauwerks zahllose Spiegel ausmachen können, die das Sonnenlicht an der Turmspitze zur Energiegewinnung konzentrieren.

Gegen 11.30 Uhr checken wir im Riverplace Manor ein. Das schmucke, moderne Hotel liegt direkt am Fluss. Der äußerst gepflegte Garten mit einem schönen Pool schließt unmittelbar ans Ufer des Orange River an. Das haben wir sehr gut ausgewählt! Praktisch, dass hier auch ein Abendessen angeboten wird. Wir reservieren also für heute Abend gleich mal einen Tisch.

Nachdem wir hier gut angekommen sind und eingerichtet haben, brechen wir auch schon wieder zu einer Weinprobe auf (hier in Upington werden die Reben vorwiegend für den Weinanbau genutzt). Wir wollen die Weine des Bezalel Wine & Brandy Estate probieren. Frei nach dem Motto: „es gibt auch andere Weinregionen als Stellenbosch in Südafrika“. Die leckere Käseplatte, die wir uns vor dem Tasting einverleiben, bietet eine gute Grundlage für die Verkostung. Details dazu unter der Rubrik „WEIN“. Hier nur so viel: keiner der Weine hat uns vom Hocker gehauen. Allenfalls der Sangiovese war ganz brauchbar. Dafür war das Ambiente in dem lauschigen Gärtchen überragend.

Zurück in unserem Hotel bleibt uns ausreichend Zeit, uns in und an den Pool zu legen. Die Erfrischung tut gut, denn es ist satte 34 Grad warm. Wir kommen bei der Lektüre unserer Bücher ein Stück voran, genießen die wunderbare Umgebung und den Komfort dieses Hotels und das prächtige Wetter.

Ein wenig enttäuscht waren wir darüber, dass die Sunset-Bootsfahrt auf dem Orange River wegen nicht ausreichender Besucherzahl ausfallen muss. So genießen wir schon um 19 Uhr unser Abendessen im Riverplace Manor. Dieses wird in einem stilvoll eingerichteten Raum serviert, die Tische sind schlicht, aber stimmig eingedeckt und dekoriert, wir fühlen uns fast wie in einem Wohnzimmer bei Freunden. Im Hintergrund läuft leise klassische Musik…doch dann stutzen wir. Das Lied klingt fast wie „Oh, Du Fröhliche“. Nach genauerem Hinhören sind wir uns sicher, es IST dieses bekannte Weihnachtslied. Nachdem als nächstes „Ihr Kinderlein kommet“ aus den Lautsprechern säuselt, fragen wir recht amüsiert die Bedienung, ob sie diese Lieder kennt. Als sie verneint, erklären wir ihr den Hintergrund, woraufhin sie schnell andere Musik auflegt.
Nach einem ansprechenden Abendessen sitzen wir noch eine geraume Zeit auf unserem Balkon und genießen den wunderbaren Ausblick auf den Fluss und den hauseigenen Sherry
😉

11.3.19 Tiere und Landschaft, Landschaft und Tiere

Augrabies Falls NP

Wie schon gesagt, der Tag beginnt heute früh für uns: 5:30 Uhr aufstehen, schnell in die warmen Klamotten springen (3- Lagen) und kurz vor 6.00 Uhr stehen wir für den Morningdrive bereit. Unser Guide, Thys (ein „Weißer“ in unserem Alter), macht dort weiter, wo wir gestern Abend aufgehört haben, beim Sternenhimmel. Wir sehen den Saturn und Thys erklärt uns, wie man am Südhimmel den Himmelspol bestimmt, also den Punkt, um den alle Sterne kreisen.
Dann steigen wir wieder in den 11- Sitzer-Toyota (wieder eine Exklusiv-Tour nur für uns beide) und machen uns auf den Weg in den 800 km² (grobe Schätzung) großen National Park.
Um es vorweg zu nehmen: dieser Morningdrive glänzt nicht durch atemberaubende Tiersichtungen, sondern dadurch, dass wir diese wunderbare, teils bizarre, farbige Landschaft beim „Erwachen“ erleben dürfen.


Zunächst aber bedient Wolfgang auf der linken, Thys auf der rechten Seite die Scheinwerfer, um in der Morgendämmerung Tiere aufzuspüren. Aber außer den treuen Oryxantilopen und ein paar Vögeln machen wir keine Sichtungen. Das ist uns nach der erfolgreichen „Jagd“ vom Vorabend aber auch ziemlich egal. Wir lassen uns lieber von der wunderbaren Landschaft verzaubern, denn der stimmungsvolle Sonnenaufgang setzt die vorherrschenden Farben Orange, Gelb, Grün und Schwarz ins beste Licht. Nebenbei halten wir an besonders schönen Aussichtspunkten (Thys hat mittlerweile sogar die Hauptroute verlassen), lassen uns allerlei Wissenswertes über spezielle Pflanzen und die einzigartige Geologie dieser Region erklären und werden auf eine unscheinbare Grabstätte der San und deren Bewandtnis aufmerksam gemacht. Und wir genießen die ABSOLUTE Ruhe!

Als wir wieder auf die Hauptroute stoßen, stellen wir befremdet fest, dass wir bisher kein einziges weiteres Auto gesehen haben. Damit sprechen wir Thys aus der Seele: die meisten Gäste kommen nach Augrabies, schauen sich den spektakulären Wasserfall an und fahren dann weiter, bestenfalls mit einer Übernachtung dazwischen. Doch den Park besucht nur ein geringer Prozentsatz. SEHR SCHADE, das finden wir auch, denn allein die Landschaft verschlägt uns den Atem!


Auf dem Rückweg zum Restcamp sehen wir dann doch noch diverse Tiere, u.a. wieder die scheuen Klippspringer, einen Hammerkopf (Wasservogel) und Borstenhörnchen.
Unsere Fahrt hat, wie schon am Vorabend, knapp 3 Stunden gedauert und war damit eine Stunde länger, als geplant. Scheinbar hatte Thys an uns und unserem Wissensdurst genauso viel Gefallen, wie wir an seinem Wissen. Entsprechend herzlich (mit einem saftigen Trinkgeld verbunden) fällt unser Abschied aus).

Eigentlich wollten wir den Rest des Tages im Camp faulenzend verbringen, aber wir haben „Blut geleckt“! Nach einem üppigen Frühstück um 9:30 Uhr auf der Terrasse der eigenen Unterkunft  (beäugt von diversen kleinen Vögeln in der schatten spendenden Akazie) begeben wir uns also nochmals in den Park, tiefer als bisher, wandern auf den „Moonrock“, einem einzigartigen Monolithen aus grauem Granit, der sich wie ein Walfischbuckel in der Landschaft erhebt, fahren zum „Arrarat-View“ Point und zur „Echo Corner“ und sind (ich wiederhole mich) immer wieder verzaubert von dieser bizarr-schönen, einzigartigen Landschaft, die nach jeder Wegbiegung wieder ein anderes Gesicht zeigt.


Eigentlich hätten wir gerne noch die seltenen Mountain-Zebras gesehen, die wir schon einmal vor 4 Jahren im De Hope National Park kurz zu Gesicht bekamen. Und so folgen wir Thys Empfehlung, noch tiefer als bisher in den Park zu fahren. Wir sehen Kudus, Red Hartebiests … aber leider keine Mountain Zebras (diese unterscheiden sich in Gestalt und Färbung von den „normalen“ Zebras). Doch dann steht da plötzlich ein einzelner Springbock, unbeeindruckt durch unserer Anwesenheit … nach einem kurzen Fotoshooting fahren wir weiter …

und können es kaum glauben: zur linken ein Giraffenbulle, keine 10 Meter entfernt, zur rechten der „Rest“ der Gruppe, sage und schreibe 9 Giraffen, die wohl lieber im Hintergrund bleiben. Der Bulle lässt sich von mir und meiner Kamera überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, so dass ich ein paar wunderbare Aufnahmen aus nächster Nähe machen kann.


Beim Verlassen des Parks sichten wir wieder die possierlichen Äffchen, die wahre Kunststücke für uns vollbringen.


In der Unterkunft angekommen kühlen wir dank Klimaanlage kurz runter (Außentemperatur 34°C), tauchen in den nahe gelegenen Pool, relaxen und machen uns kurz vor 18:00 Uhr auf den Weg zur Rezeption + Restaurant, wo wir wider Erwarten günstig Internetzugang haben, und laden die Berichte und Bilder der vergangenen 3 Tage hoch. Ich erstehe noch schnell im klitzekleinen Supermarkt einen Portwein aus hiesigem Anbau und dann machen wir es uns auf unserer kleinen Terrasse gemütlich bei gegrilltem Lamm, Kartoffeleintopf und leckerem Rotwein …